Kindesunterhalt für ein minderjähriges Kind


Der Kindesunterhalt richtet sich in der Regel nach der Düsseldorfer Tabelle.


Der Kindesunterhalt richtet sich daher allein nach dem Einkommen des barunterhaltspflichtigen Elternteils. Der Bedarf ergibt sich aus der jeweiligen Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle. Die Düsseldorfer Tabelle geht von dem Standardfall aus, dass der Barunterhaltspflichtige einem Ehegatten und zwei Kindern zum Unterhalt verpflichtet ist.

Sind mehr Unterhaltsberechtigte vorhanden, kommt eine Herabstufung in Betracht, bei weniger Unterhaltsberechtigten ist an eine Heraufstufung zu denken.

Die Kosten einer privaten Kranken und Pflegeversicherung sind nicht in den Tabellen zur Düsseldorfer Tabelle enthalten

Wenn das Kind nicht in der Familienversicherung mitversichert ist, besteht ein eigenständiger Anspruch auf den Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung. Die Kosten der Kranken und Pflegeversicherung gehören zum Elementarunterhalt und sind vom Barunterhaltspflichtigen neben den Unterhaltssätzen der Düsseldorfer Tabelle  zu tragen. Daneben kann es beim Kind auch Mehrbedarf oder Sonderbedarf geben.


Mehrbedarf des Kindes ist der Teil des Lebensbedarfs, der regelmäßig während eines längeren Zeitraums anfällt und das Übliche derart übersteigt, dass er mit den Regelsätzen nicht zu erfassen ist. Er ist allerdings kalkulierbar und kann daher bei der Bemessung des laufenden Unterhalts berücksichtigt werden.

Ist laufender Unterhalt bereits tituliert, bedarf es eines Abänderungsantrages.

Laufender Mehrbedarf kann für den zurückliegenden Zeitraum nur ab Verzug geltend gemacht werden. Es bedarf hierzu also einer den Verzug begründenden Mahnung.

Sonderbedarf ist ein unregelmäßiger außergewöhnlich hoher Bedarf. Diese muss gegenüber dem Unterhaltsverpflichteten innerhalb eines Jahres nach seiner Entstehung geltend gemacht werden.


Für den Mehrbedarf wie den Sonderbedarf müssen beide Elternteile anteilig nach ihren Einkommensverhältnissen aufkommen.


 

Unterhalt für ein volljähriges Kind.

Auch hier richtet sich der Unterhalt nach dem Bedarf des volljährigen Kindes.
Lebt das volljährige Kind noch im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils, ist der Bedarf nach der Altersstufe vier der Düsseldorfer Tabelle zu bestimmen. Dieser ist vom Einkommen der Eltern abhängig und bemisst sich nach dem zusammengerechneten Einkommen der Eltern
Allerdings schuldet ein Elternteil höchstens den Unterhalt, der sich allein auf der Grundlage seines Einkommens aus der Düsseldorfer Tabelle ergibt. 
Bei auswärtiger Unterbringung wird pauschal ein Betrag in Höhe von Euro 670 angesetzt.
In den Betrag von Euro 670 und den Tabellenbeträgen der Düsseldorfer Tabelle sind die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung nicht enthalten. Sie müssen zusätzlich gezahlt werden.
Eigene Einkünfte des volljährigen Kindes werden auf den Bedarf des volljährigen Kindes angerechnet. Das Kindergeld steht dem volljährigen Kind zu. Es mindert den Unterhalt in voller Höhe.
Eine Ausbildungsvergütung wird ebenfalls auf den Bedarf des volljährigen Kindes angerechnet, allerdings wird eine Pauschale von 90 € als ausbildungsbedingter Mehrbedarf abgezogen.